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Keratokonus

6 Min. Lesezeit

Was ist ein Keratokonus?

Die ist das klare „Fenster“ vorn am Auge. Beim wird dieses Fenster allmählich dünner und wölbt sich kegelförmig nach vorn vor. Da die Hornhaut den größten Teil der Brechkraft des Auges trägt, verzerrt ihre unregelmäßige Form das Sehen so, dass eine Brille es oft nicht vollständig ausgleichen kann.

Die Hornhaut ist das klare Fenster vorn am Auge; beim Keratokonus wird sie dünner und wölbt sich vor. Ziehen Sie das Modell, um es zu erkunden.

3D model: NIH 3D / HuBMAP Human Reference Atlas (3DPX-020963), CC BY 4.0

Die Erkrankung beginnt meist im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter und kann familiär gehäuft auftreten. Allergien und häufiges, kräftiges Augenreiben stehen in engem Zusammenhang mit ihr. Wenn Sie einen Keratokonus haben, gehört es zum Wichtigsten, was Sie selbst tun können, nicht an den Augen zu reiben.

Welche Beschwerden treten auf?

  • Verschwommenes oder verzerrtes Sehen, das sich mit einer Brille nicht vollständig korrigieren lässt
  • Häufig wechselnde Brillenwerte
  • Schatten- und Doppelbilder oder Lichtschlieren um Lichtquellen, vor allem nachts
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit

Simulierte Sicht: Normales Sehen. So etwa sieht die Szene mit einer gesunden, gleichmäßig gewölbten Hornhaut aus.

Normales SehenFortgeschrittener Keratokonus
Normales Sehen0%

So etwa sieht die Szene mit einer gesunden, gleichmäßig gewölbten Hornhaut aus.

Eine vereinfachte Darstellung, wie ein Keratokonus das Sehen verändern kann — Schattenbilder und strahlenförmige Lichthöfe um Lichtquellen fallen oft nachts am stärksten auf. Jeder Mensch nimmt dies anders wahr.

Verlaufskontrolle

Ein Keratokonus kann über Jahre fortschreiten, besonders bei jüngeren Patientinnen und Patienten. Wir kontrollieren den Verlauf mit wiederholten Vermessungen der Hornhaut ( und Tomografie), die Form und Dicke der Hornhaut sehr genau erfassen. Anhand dieser Karten erkennen wir, ob der Befund stabil ist oder fortschreitet.

Die Behandlung Schritt für Schritt

  • (Crosslinking, CXL): Riboflavin-Tropfen (Vitamin B2) werden auf die Hornhaut gegeben, anschließend wird sie mit genau dosiertem UV-Licht bestrahlt. Das festigt das Kollagengerüst der Hornhaut und soll das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten. Die bestehende Vorwölbung wird dadurch nicht rückgängig gemacht — deshalb ist eine frühe Behandlung von Vorteil.
  • Spezielle Kontaktlinsen: formstabile (gasdurchlässige), Hybrid- oder liegen auf dem Auge auf und schaffen eine neue, glatte optische Oberfläche. Damit lässt sich oft schärfer sehen als mit einer Brille.
  • : Kleine, durchsichtige Bogensegmente, die in die Hornhaut eingesetzt werden, können bei geeigneten Augen die Hornhaut abflachen und ihre Form regularisieren. Das verbessert den Sitz von Kontaktlinsen und das Sehen.
  • Hornhauttransplantation: Ist die Erkrankung weit fortgeschritten oder beeinträchtigen Narben das Sehen, ersetzen wir die erkrankten Hornhautschichten. Bei der tiefen anterioren lamellären Keratoplastik (DALK) werden nur die vorderen Schichten ersetzt, während Ihre eigene gesunde innerste Schicht erhalten bleibt. Das senkt das Risiko einer Abstoßung im Vergleich zu einer Transplantation der gesamten Hornhautdicke.

Leben mit Keratokonus

Einige Gewohnheiten machen einen echten Unterschied. Lassen Sie Ihre Allergien behandeln, damit die Augen weniger jucken, und reiben Sie niemals an den Augen, denn Reiben kann das Fortschreiten der Erkrankung fördern. Nehmen Sie Ihre Kontrolltermine auch dann wahr, wenn sich Ihr Sehen stabil anfühlt, denn die Hornhautmessungen können Veränderungen zeigen, bevor Sie selbst etwas bemerken. Und wenn Sie formstabile Linsen oder Sklerallinsen tragen, schützt eine sorgfältige Reinigung und Handhabung sowohl den Tragekomfort als auch die Gesundheit der Hornhaut.

Viele Patientinnen und Patienten benötigen lediglich ein Crosslinking und eine gut angepasste Kontaktlinse. Eine Operation bleibt den Fällen vorbehalten, in denen sie wirklich notwendig ist, und wir besprechen jede Möglichkeit offen mit Ihnen, bevor wir gemeinsam entscheiden. Die zentrale Botschaft ist ermutigend: Ein Keratokonus lässt sich in aller Regel aufhalten, und mit modernen Kontaktlinsen und — falls nötig — modernen Operationsverfahren behalten die meisten Betroffenen lebenslang ein gutes, alltagstaugliches Sehvermögen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Keratokonus wird die Hornhaut dünner und wölbt sich kegelförmig vor; das Sehen wird so verzerrt, dass eine Brille es oft nicht vollständig ausgleichen kann.
  • Die Erkrankung beginnt meist im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter; Allergien und kräftiges Augenreiben stehen in engem Zusammenhang mit ihr — reiben Sie niemals an den Augen.
  • Regelmäßige Hornhautmessungen zeigen, ob der Befund stabil ist oder fortschreitet — oft bevor Sie selbst eine Veränderung bemerken.
  • Crosslinking kann das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten, und spezielle Kontaktlinsen wie Sklerallinsen können wieder scharfes Sehen ermöglichen.
  • Die Aussichten sind gut: Ein Keratokonus lässt sich in aller Regel aufhalten, und die meisten Betroffenen behalten lebenslang ein gutes, alltagstaugliches Sehvermögen.

Ob dies auf Sie zutrifft, lässt sich erst nach einer Untersuchung beurteilen.

Diese Information dient der allgemeinen Orientierung. Ob eine Behandlung für Sie infrage kommt, lässt sich erst nach einer persönlichen Untersuchung entscheiden.